während meiner lehrzeit war die anfertigung passgenauer und sauberer verbindungen eine unserer wichtigsten aufgaben. um die ansprüche unseres meisters erfüllen zu können, mussten wir einige jahre harten trainings über uns ergehen lassen.

heutzutage können werkstücke und möbel mit hilfe von maschinen rasch und präzise hergestellt werden, ohne dass dazu handwerkliche fähigkeiten erforderlich wären. der einsatz dieser neuen technischen möglichkeiten führt zu einem grundlegenden wandel im ansehen des holzhandwerkes und zu einer völligen unterschätzung des werts und der fähigkeit der menschlichen hand. die holzhandwerker unserer zeit machen sich sehr abhängig von maschinen und vorrichtungen, die schnell und bequem zu bedienen sind. diese abhängigkeit aber führt dazu, dass dem ergebnis der arbeit die menschliche note fehlt.

betrachtet man schränke und möbel vergangener epochen, so fühlt man ganz deutlich ihre lebendige ausstrahlung. ähnliche möbel, die mit modernen methoden produziert wurden, wirken dagegen kalt und ohne wärme. es scheint, als seien sie nur gemacht worden, um einen bestimmten zweck zu erfüllen.

natürlich arbeiteten auch die handwerker früherer zeiten schon zweckorientiert, sie verwendeten jedoch dabei vorwiegend handwerkzeug. woran liegt es also, dass ihre arbeiten soviel mehr an ausstrahlung besitzen? wenn wir zornig sind, bewegen wir uns anders, als wenn wir glücklich sind. der körper überträgt nach außen, was im herzen und geist des menschen geschieht. arm, hand und werkzeug arbeiten zusammen wie welle, spannfutter und bohrer. der arm kann höchst komplizierte stellungen einnehmen und lässt sich stufenlos regeln. es gibt keine künstliche welle, die so perfekt funktioniert wie der arm. dieses zusammenwirken von arm, hand und werkzeug könnte man auch als einen eigenständigen mechanismus betrachten, der durch unsere fähigkeiten, erfahrungen und unser wissen in gang gehalten wird. handwerkliches können entsteht im herzen und im geist des individuums, dort, wo viele informationen – brauchbare und unbrauchbare – aus der vergangenheit und gegenwart ruhen.

diese informationen machen das gesamte wissen und die erfahrung des handwerkers aus. ein guter handwerker wählt, zum teil bewusst, zum teil intuitiv, die jeweils notwendige information aus. arm, hand und werkzeug übertragen dann nach außen, was im herzen und im geist des handwerkers ruht, egal ob man einen baumstamm spaltet, oder ein zapfenloch herstellt, das zusammenwirken von information und energie wird immer variieren und das ergebnis wir nie exakt dasselbe sein. ein guter handwerker jedoch wird bei jeder arbeit versuchen, das beste resultat zu erreichen.

wenn ein erfahrener handwerker eine reihe von zinken ausarbeitet, so sind sie alle leicht unterschiedlich. aber gerade durch diese minimale anweichungen entsteht der eindruck von lebendigkeit. manche nennen es schwingungen, manche sagen, das möbel besitzt eine „handwerkliche prägung“, ich nenne es die menschliche note. das fertige möbel besteht nicht nur aus holz, es trägt auch die empfindsamkeit und das gefühl des handwerks in sich, sein stolz, seine anstrengung, seine wärme und seine liebe spiegeln sich darin wider. auch wenn man es nicht sehen kann, so spürt man doch, wie das möbel dadurch gewinnt.

ohne die impulse aus unseren herzen und unserem geist, ist eine maschine zu nichts anderes in der lage, als abläufe durchzuführen. an gegenständen, die so entstanden sind vermissen wir die menschliche note. hat man sich diese zusammenhänge einmal klar gemacht, dann versteht man auch, dass es in der holzverarbeitung nicht nur um die herstellung sauberer holzverbindungen geht, sondern auch darum, immer auf eine verfeinerung hinzuarbeiten, genauso, wie ein guter boden zur verfeinerung der ernte beiträgt

tishio odale
tischlermeister – japan

professor am pratt institute of visuale art in new york

www.arnold-meusburger.com

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Im Zirbenholzbett schläft's sich besser

Schon seit Jahrhunderten wird das Holz der Zirbe oder Arve wegen des positiven Einflusses auf das menschliche Wohlbefinden geschätzt und genutzt. Erstmals haben jetzt Forscher des Joanneum Research (Österreich) dieses Erfahrungswissen nach wissenschaftlichen Methoden untersucht.

Die Zirbe, auch Arve (bot.: pinus cembra) wächst in der Regel in einer Höhe ab 1800 Meter über dem Meeresspiegel. Das Holz ist dauerhaft und schwindet wenig. Die Harze und Öle des Holzes verleihen diesem eine gute Schutzwirkung gegenüber Motten und anderen Insekten.

Wissenschaftler der Forschungsgesellschaft Joanneum Research mbH (Weiz) evaluierten im Rahmen eines internationalen Forschungsprogramms in einer Blindstudie die Auswirkungen des Zirbenholzes auf die Belastungs- und Erholungsfähigkeit an 30 erwachsenen Personen.

Die Ergebnisse sind erstaunlich. So zeigten sich im Labor signifikante Unterschiede in der Erholungsqualität zwischen einem Zirbenholzzimmer und einem identisch gestalteten Holzdekorzimmer.

 

Bild: A. Meusburger

Der Einfluss des Zirbenholzes zeigte sich in einer niedrigeren Herzrate bei körperlichen und mentalen Belastungen. In anschließenden Ruhephasen wird der vegetative Erholungsprozess beschleunigt. Wetterfühligkeit tritt im Zirbenzimmer nicht auf und auch die Schlafqualität ist in einem Zirbenholzbett höher.

Prof. Maximilian Moser vom Institut für Nichtinvasive Diagnostik der Joanneum Research dazu: „Die durchschnittliche Arbeitsersparnis für das Herz liegt bei 3.500 Schlägen oder einer Stunde Herzarbeit pro Tag.“

Durchgeführt wurden die Untersuchungen über aufwändige Herzfrequenzmessungen an einer Reihe von Testpersonen. Durch modernste Sensortechnik und Auswertungsverfahren ist es möglich, das autonome Nervensystem sowie die biologischen Rhythmen des Organismus zu beobachten.

Noch ein weiteres Ergebnis erbrachte die Studie: Im Zirbenzimmer, aber auch nach Schlaf im Zirbenbett erlebten sich die Versuchspersonen extrovertierter, offener und gesprächiger als im Holzdekor-Ambiente: War dies der Grund, warum früher Gaststuben häufig mit Zirbenholz verkleidet waren?

Das Material der Wohnungseinrichtung hat offensichtlich größere Auswirkungen auf Befinden und Gesundheit als bisher bekannt. Für das edle Holz der „Alpen“ tun sich neue Anwendungsfelder auf, wie Schlafzimmerverbauten oder in der Inneneinrichtung von „Wellness“-Hotelbereichen.

Arnold Meusburger, österreichischer Schreiner mit einer über 30jährigen Erfahrung in der Verarbeitung von Zirbenholz, freut sich über die Ergebnisse der Studie, hat er doch in seiner Schreinerkarriere die positiven Auswirkungen des Holzes beobachten können. So wird laut Meusburger das gesamte Mitarbeiterklima und der kommunikative Austausch beim Bearbeiten von Zirbenholz in der Werkstatt durch den Einfluss des Holzes verbessert.

Die gewonnenen Forschungsergebnisse sind eine gute Grundlage, um die Zirbe wieder populärerer zu machen und die Akzeptanz beim Verbraucher unabhängiger von Modeerscheinungen zu machen.